

Allergievorbeugung - von Anfang an
Allergievorbeugung ist für viele werdende Eltern ein Thema,
denn Allergien sind das häufigste Gesundheitsproblem im Kindesalter. Bei einer Fachtagung zu diesem Thema der Landesinitiative BeKi - Bewusste Kinderernährung stellte Dr. med. Peter Fischer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, die vorbeugenden Maßnahmen der neuen Leitlinie zur Allergieprävention vor.
Leitlinie Allergieprävention - Empfehlungen der Kinderärzte ...
... in der Schwangerschaft
- Ernähren Sie sich vollwertig und verzichten Sie nicht auf Kuhmilch- und Hühnereiweiß etc., denn für den Nutzen einer allergenarmen Ernährung gibt es keine Hinweise. Ausgenommen sind Mütter, die aufgrund der eigenen Allergie Lebensmittel meiden.
- Es gibt Hinweise, dass der Fischverzehr von Schwangeren und Stillenden vor der Entwicklung einer Allergie beim Kind schützt.
- Schwangere sollten aktives und passives Rauchen vermeiden. Die vorbeugende Meidung von Allergieauslösern wie Hausstaubmilben oder Tieren ist nicht notwendig.
... nach der Geburt
- Stillen Sie Ihr Kind volle vier Monate ausschließlich. Das Neugeborene sollte möglichst früh angelegt werden, wenn auch nur für einige Minuten. Die Stilldauer wird dann langsam gesteigert. Eine spezielle Diät der Stillenden wird generell nicht empfohlen und sollte in Ausnahmefällen mit dem Arzt abgesprochen werden.
- Falls trotz aller Anstrengungen ein ausschließliches Stillen nicht möglich ist, sollten Kinder aus allergiebelasteten Familien in den ersten vier Monaten eine Hydrolysatnahrung (HA-Nahrung) bekommen. Diese enthält aufgespaltenes Kuhmilcheiweiß, das weniger allergieauslösend ist wie unbehandelte Kuhmilch. Säuglingsnahrungen auf der Basis von Soja oder Ziegenmilch etc. sind nicht geeignet. Nach vier Monaten können Säuglinge ohne Allergien normale Säuglingsnahrungen bekommen.
- Pro- und Präbiotika in der Säuglingsernährung bieten keinen relevanten Vorteil und können deshalb nicht empfohlen werden.
- Wenn Ihr Kind volle vier Monate alt ist, können Sie mit der Beikost beginnen. Ein späteres Einführen hat im Hinblick auf die Allergieprävention keine Vorteile. Führen Sie pro Woche nur ein neues Lebensmittel ein. Das Meiden von potenziell allergieauslösenden Lebensmitteln wie Kuhmilch, Gluten oder Fisch wird ab diesem Alter nicht mehr empfohlen. Führen Sie kleine Mengen in Verbindung mit Muttermilch ein.
- Schützen Sie Ihr Kind vor Tabakrauch und anderen Schadstoffen im Innenraum und außen (Autoabgase, Lösungsmitteldämpfe etc). Vermeiden Sie eine hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen durch regelmäßiges Lüften, um einem Schimmelpilzwachstum vorzubeugen.
- Wenn es keine Allergien in der Familie gibt, können Haustiere gehalten werden. Familien mit erhöhtem Allergierisiko sollten keine Katzen halten.
- Auch allergiegefährdete Kinder sollten alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen erhalten.
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Weitere Informationen
Thema Allergien, Nahrungsmittelallergien und Prävention im ersten Lebensjahr
Landesinitiative BeKi-Bewusste Kinderernährung
Informationsmaterialien zur Kinderernährung
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung





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