Eine Orange, eine Karotte, zwei Scheiben Banane, ein Stück Mango, fünf Erdbeeren und, und, und … so einfach kann es sein, Obst und Gemüse zu essen – behaupten die Hersteller. Die Verbraucherzentrale hat in einem Marktcheck 19 verschiedene Produkte gefunden und sich genau angesehen: 
- „Granatapfel – Açai – Heidelbeere“ Exotische Früchte und Beerenobst springen ins Auge. Die Basis bilden jedoch meist gewöhnliche und preiswerte Obstsorten. Der Anteil an Apfel und Orange beträgt im Marktcheck bis zu 86 Prozent.
- „Beste Früchte“, „ganz natürlich“ Smoothies vermitteln den Eindruck, dass ganze Früchte verwendet und nur zerkleinert werden. Alle Produkte enthalten jedoch Saft – im Extremfall bis zu zwei Drittel. Unklar ist außerdem, ob Fruchtmark aus geschältem Obst und Gemüse stammt und in welchem Maß die Erzeugnisse zur Haltbarmachung erhitzt wurden. Alle diese Verarbeitungsschritte sind mit einem Verlust an Nährstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und/oder Ballaststoffen verbunden.
- „50 Prozent des täglichen Obst- und Gemüsebedarfs in einer Flasche“ Bei etwa der Hälfte der Smoothies wird die Stückzahl der verwendeten Früchte einzeln aufgeführt. Es stellt sich bei einigen Produkten die Frage: Wie soll so viel Obst und Gemüse in eine Flasche passen? Manche Hersteller scheinen Mini-Äpfel und Baby-Karotten zu verwenden. Andere arbeiten mit einem Trick: Säfte werden als Konzentrate zugesetzt.
- „Ohne Zuckerzusatz“ Das stimmt. Allerdings ist viel fruchteigener Zucker enthalten. Durch eine Auswahl besonders süßer Obstsorten wie Banane, Ananas und Mango oder durch die Verwendung von Konzentraten werden bis zu 16 Prozent Zucker und bis über 80 kcal pro 100 Gramm erreicht – doppelt so viel wie in den meisten Obst und Gemüsesorten.
- „Fünf am Tag“ Viele Smoothies werben mit der Kampagne, die dazu auffordert, drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag zu essen. Smoothies enthalten in aller Regel jedoch ausschließlich Obst. Tatsächlich fällt es den meisten Menschen aber leichter, ihren Obstbedarf zu decken als den Gemüsebedarf.
Es spricht nichts dagegen, ab und zu eine Portion Obst durch einen Smoothie zu ersetzen, vor allem, wenn frisches Obst nicht verfügbar ist. Geworben wird vor allem damit, dass eine große Stückzahl an Früchten in einer Flasche steckt. Genau dies kann ein Nachteil sein: Mit ein paar Schlucken ist soviel Obst (und Gemüse) verzehrt, wie im Normalfall in ein bis zwei Zwischenmahlzeiten gegessen wird. Vor allem bei Verwendung von Saftkonzentraten ist – bedingt durch das kleine Volumen – der Sättigungseffekt besonders gering im Vergleich zum Obst- und Rohkostteller. Die Zufuhr an Zucker und Kalorien kann dagegen deutlich höher sein.
Bereits im Frühjahr 2009 hat die Verbraucherzentrale einen Smoothie „Ananas – Banane – Kokos“ mit dem hervorgehobenen Aufdruck „100% Reine Frucht!“ erfolgreich abgemahnt. Diese Bewerbung war irreführend und besonders für Milchallergiker riskant, da dem Produkt laut Zutatenliste auch Milcheiweiß als Trägerstoff zugesetzt war. Bei weiteren Produkten sind – wie oben geschildert – Obst- und Gemüseabbildungen in Verbindung mit einer Stückangabe zu finden. Diese Aufmachung ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale dann irreführend, wenn die Mengenkennzeichnung (QUantitative Ingredient Declaration – QUID) auf der Zutatenliste andere Anteile ergibt oder gar fehlt.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg