Viele Verbraucher wollen ihre Ernährung klimaschonend gestalten. Dazu brauchen sie Informationen, auf die sie sich verlassen können. Derzeit ist es kaum möglich, entsprechende Lebensmittel beim Einkauf zu erkennen. Zwar werben Hersteller immer häufiger mit Begriffen wie „klimafreundlich“, „für den Klimaschutz“ oder „CO2-neutral“, aber der Wahrheitsgehalt ist nicht überprüfbar und bleibt Vertrauenssache. Von gesetzlicher Seite gibt es bisher keine Vorgaben, welche Anforderungen an die Eigenschaft „klimaschonend” gestellt werden. Den Herstellern bleibt es damit selbst überlassen, welchen Maßstab sie hierfür anlegen. Solange es keine definierten Standards und keine Vergleichsmöglichkeiten gibt, sollten Verbraucher Produktaussagen zur Klimarelevanz kritisch gegenüberstehen.
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Wie viel klimaschädliche Treibhausgase ein Lebensmittel verursacht, hängt von vielen Faktoren ab. Die Hälfte der Emissionen im Lebensmittelsektor geht auf das Konto der landwirtschaftlichen Erzeugung. Die andere Hälfte verteilt sich auf industrielle Produktion, Transporte, Lagerung im Handel und Lebensmittelzubereitung im Haushalt. Der überwiegende Anteil der ausgestoßenen Treibhausgase ist damit der Lebensmittelherstellung vom Acker bis zum Verkaufsregal zuzurechnen. Die Einflussmöglichkeiten der Verbraucher sind entsprechend begrenzt.
Betrachtet man die Lebensmittelarten, so ist die Herstellung von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch oder Eier mit einem höheren Ausstoß an Treibhausgasen verbunden als das bei pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse der Fall ist. Dies liegt beispielsweise daran, dass Tiere für den Aufbau von Körpersubstanz sehr viel Futterenergie benötigen. Im Durchschnitt wird aus sieben pflanzlichen Kalorien eine tierische Kalorie gebildet.
Aber nicht nur die Art der Lebensmittel ist entscheidend für die Klimabilanz, auch innerhalb von Lebensmittelgruppen gibt es Unterschiede. Je nach Art der Erzeugung, Transport oder Verarbeitung werden unterschiedliche Energiemengen benötigt. Lebensmittel, die lange Transportwege in (tief-)gekühltem Zustand zurücklegen oder Gemüse, das im beheizten Treibhaus wächst, benötigen vergleichsweise viel Energie und sind daher mit einem höherem CO2-Ausstoß verbunden.
Wer durch seine Ernährungsweise zum Klimaschutz beitragen möchte, sollte sich mit Werbeaussagen und den genannten Zusammenhängen auseinandersetzen. Hierzu bietet die Verbraucherzentrale den Workshop „Klimabewusste Ernährung – Möglichkeiten und Grenzen“ für Schüler sowie eine gleichnamige Lehrerfortbildung an. Informationen und Termine erhalten sie unter ernaehrung@vz-bw.de. Am 8. November 2011 findet die nächste Lehrerfortbildung in den Räumen der Verbrauchzentrale in Stuttgart statt.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg