

Sojadrink oder Milch: Was ist gesünder?
Im asiatischen Raum ist die Sojabohne seit Jahrtausenden eine der wichtigsten Nahrungspflanzen. In der westlichen Welt war es zunächst das billige Sojaöl, dessen Pressrückstände der Tierernährung dienten. Dann entdeckte die Industrie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Man schätzt, dass heute bei einem Drittel des gesamten Lebensmittelsortiments Sojabestandteile verarbeitet werden. Vor allem Vegetarier und Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit haben Produkte, die als Milch oder Fleischersatz (wie zum Beispiel Tofu) dienen, auf dem Markt etabliert.
Sojadrink, fälschlicherweise als Sojamilch bezeichnet, erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Sojabohnen werden in Wasser eingeweicht, püriert, ultrahocherhitzt oder gekocht und ausgepresst. Die Zusammensetzung ist, bis auf den Calcium- und Eisengehalt, ähnlich dem der Milch.
Vergleich ausgewählter Nährstoffe in 100 Milliliter Sojagetränk und Kuhmilch:
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Sojadrink |
Trinkmilch (Fettarm) |
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Energie |
52 kcal |
48 kcal |
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Eiweiß |
3,2 g |
3,4 g |
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Fett |
1,8 g |
1,6 g |
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Kohlenhydrate |
5,8 g |
4,8 g |
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Calcium |
3 mg |
120 mg |
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Eisen |
0,8 mg |
0,06 mg |
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Vitamin B1 |
0,12 mg |
0,035 mg |
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Vitamin B2 |
0,04 mg |
0,18 mg |
In Europa sind Milch und Milchprodukte die bedeutendsten Calciumquellen in der Nahrung. Gleichzeitig fördern andere Inhaltsstoffe (zum Beispiel Milchzucker und Milchsäure) die Aufnahme des Nährstoffs. Dagegen ist bei den Sojadrinks der sehr niedrige Calciumanteil negativ zu bewerten. Hier kann es zu einem Nährstoffdefizit kommen. Daher werden die meisten Produkte inzwischen angereichert und dem Calciumgehalt der Milch angepasst. Darüber hinaus können Soja-Eiweiße – ebenso wie Milcheiweiße – Allergien hervorrufen. Sie sind inzwischen zum dritthäufigsten Lebensmittelallergen geworden.
Schließlich hängen sich die Drinks gerne das Mäntelchen eines besonders gesunden, umweltfreundlich erzeugten Produktes um. Aber Sojabohnen werden in der Regel nicht vor der Haustür angebaut, haben also oft immense Transportwege hinter sich, und der Sojadrink gehört zu den hochverarbeiteten Produkten. Aromen machen ihn vielfach erst genießbar, da der typische Sojabohnengeschmack Europäern nicht mundet. Inzwischen ist das Angebot an gesüßten, aromatisierten Soja-Drinks schier unübersehbar. Die meisten Hersteller versichern, keine gentechnisch veränderten Sojabohnen zu verarbeiten.
Fazit: Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung eines gesunden Menschen haben Sojaprodukte gegenüber Milchprodukten keine ernährungsphysiologischen Vorteile.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
"Komm in Form" -Ernährungs-
