

Fisch - nachhaltiger Konsum ist möglich
Immer mehr Menschen nehmen wahr, dass die Fischerei in einer Krise steckt. Überfischung, d. h. es werden mehr Fische gefangen als nachwachsen können, illegale Fischerei und Beifang lassen Fischbestände schrumpfen und beeinträchtigen Ökosysteme. Verbraucher haben die Möglichkeit Produkte zu wählen, die aus nachhaltiger Fischerei stammen.
Wildfischfang
Aufgrund dieser Krise wurde 1997 das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) initiiert. Der MSC ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei einsetzt. Ziel ist die langfristige Sicherung der Fischbestände und eine gesunde Meeresumwelt. Fischereien, die zertifiziert werden, müssen sich an die MSC Prinzipien halten:
- Nachhaltigkeit der Bestände (keine Überfischung)

- Minimale Auswirkungen auf das Ökosystem (umweltverträgliche Fanggeräte)
- Effektives Management (um 1. und 2. umzusetzen)
Fisch aus konventioneller Aquakultur
Eine weitere Reaktion auf die Überfischung der Meere und die steigende Nachfrage, ist die Aufzucht von Fischen in Aquakulturen. Hier werden Fische in Teichen oder Schwimmnetzen im Meer kontrolliert aufgezogen. Eine optimale Wasserqualität und kontrollierte Fütterung werden gewährleistet.
Bio-Fisch
Fische aus ökologischer Haltung werden im Handel von verschiedenen Anbauverbänden wie Naturland und Bioland angeboten. Nach deren Vorschriften werden die Bio-Fische gehalten und verarbeitet. Eu-weite Regelungen für Fische und andere Produkte aus Aquakultur sind erstmals in die EG-Öko-Verordnung 834/2007 aufgenommen worden.
Die Fische müssen aus ökologischen Brutbeständen stammen und dürfen nur Futtermittel erhalten, deren pflanzlicher Anteil ökologisch produziert wurde. Der Anteil an Wassertieren muss aus nachhaltiger Fischerei stammen. Der Einsatz von Medikamenten ist streng geregelt und die Fische haben mehr Platz zum schwimmen. Deshalb können sie einen geringeren Fettgehalt und einen festeren Biss aufweisen als Fische aus konventioneller Aquakultur.
Wild gefangene Fische können nicht als ökologisch gekennzeichnet werden, da ihre Aufenthaltsorte und die Ernährung nicht feststellbar sind.
Fisch in der Ernährung
Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einem Fischverzehr von 1-2 Portionen pro Woche, da Fisch hochwertiges Eiweiß, wichtige Vitamine (A, D, B-Vitamine) und Jod liefert.
Besonders die Omega-3-Fettsäuren im Fischfett haben große Bedeutung für die Gesundheit, da sie vor Herz-Kreislauf-Krankheiten schützen.
Einkaufsratgeber für Fisch
Wenn Sie sich beim Fischkauf nach Kriterien der Nachhaltigkeit orientieren möchten, können Sie sich an den WWF-Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte halten. Dieser weist aus, ob der Einkauf bestimmter Fischarten eine „gute Wahl“, die „zweite Wahl“ ist oder „lieber nicht“ getätigt werden sollte, unabhängig davon ob es sich um Bio-Fisch, herkömmlichen Zuchtfisch oder Wildfang handelt. Von Greenpeace gibt es außerdem eine aktuelle Auflage des Ratgebers für unterwegs: Fisch - beliebt, aber bedroht.
Weitere Informationen und Quellen
Aktuelle Informationen und Vorträge zum Thema Fisch beim "Forum Fisch" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Sektion Baden-Württemberg vom 25. März 2010
Thema Fisch im Infodienst Ernährung der Landwirtschaftsverwaltung
Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte beim WWF
Fisch - beliebt, aber bedroht - Der Ratgeber für unterwegs, Stand 12/2010
DGE info 07/2007: Ökologisch verträglicher Fischverzehr
EG-Öko-Verordnung 834/2007
Webseite des Marine Stewardship Council (MSC), aufgerufen am 03.03.09
Thema Fisch bei was-wir-essen.de, aufgerufen am 05.03.09
Autorinnen: Sarah Bachmann und Angelika Hill; Bildautor: aid
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung
"Komm in Form" -Ernährungs-
