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Fast jedem Wein wird Schwefel zugesetzt
Immer öfter findet sich auf Weinetiketten der Hinweis ‚enthält Schwefeldioxid’ oder ‚enthält Sulfite’. Seit November 2005 muss der Zusatz von mehr als 10 Milligramm Schwefeldioxid pro Liter Wein gekennzeichnet werden. Nur bei Weinen, die vor diesem Zeitpunkt hergestellt wurden, finden Käufer keine Information über den Zusatz.
Wichtig ist die Kennzeichnung in erster Linie für Allergiker und Menschen, die empfindlich reagieren. Einige Menschen reagieren auch ohne zu tief ins Glas geschaut zu haben mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hautreizungen auf den Schwefelzusatz. Bei Sulfitallergikern können schon minimale Schwefelgehalte asthmatische Beschwerden auslösen. Die meisten Menschen vertragen die im Wein enthaltenen Schwefeldioxidmengen jedoch ohne Probleme.
Warum wird Schwefel zugesetzt?
Schwefel unterdrückt das Wachstum von Mikroorganismen und bindet geschmacklich unerwünschte Nebenprodukte der Gärung. Außerdem verhindert er Oxidationsprozesse, die unter anderem zu einem vorzeitigen Braunwerden führen. Ohne Schwefel verliert Wein an Frische und Bukett und nimmt einen eigenartigen Geschmack und Geruch an. Schwefel wird traditionell in Form von Schwefeldioxid zugesetzt. Der Stoff entsteht auch ohne Zusatz in geringen Mengen bei der Gärung von Wein.
Für Wein, Perlwein, Schaumwein, Sekt und ähnliche Getränke gibt es gesetzlich festgelegte Höchstgrenzen für den Sulfitgehalt. Je nach Weinsorte sind dies zwischen 150 Milligramm pro Liter für Rotwein und 400 Milligramm pro Liter für liebliche Weine wie Beerenauslese, Trockenbeerenauslese oder Eiswein. Der biologische Anbauverband Bioland erlaubt maximal zwei Drittel der gesetzlichen Höchstmengen an Schwefeldioxid. Auch andere ökologische Anbauverbände empfehlen ihren Winzern, deutlich weniger Schwefel als zulässig zu verwenden. Der Tipp für eine möglichst geringe Schwefelaufnahme lautet: Lieber rot als weiß und besser trocken als lieblich.
aktualisiert am 28.06.2010
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg




