

Von Fröschen, Bananen und Kaffee
Zunehmend ist es bekannt, das grüne Frosch-Logo der Rainforest Alliance (RA), das inzwischen nicht nur Bananen, sondern auch Kaffee ziert.
Doch was will es Konsumenten sagen? Trägt es zum Schutz und Erhalt des Regenwaldes bei, wie viele Verbraucher glauben und der Name suggeriert? Steht es gar für fairen Handel?
Zertifizierung
Die US-Umweltorganisation RA begann 1989, die Holzproduktion nach Umweltkriterien zu bewerten. Seit 1993 vergibt sie auch Landwirtschaftszertifikate und zertifiziert Plantagen oder Farmen vorrangig nach Umwelt-Mindeststandards. So soll durch effizientere Bewirtschaftung der Landflächen eine Kostenreduzierung und ein verbessertes Farm-Management erreicht werden. Die wichtigsten Kriterien umfassen Regeln zur Verwendung von Dünge- und Pflanzenbehandlungsmitteln, Bewässerungsvorschriften und sozialverträglichen Arbeitsbedingungen.
Die Vermarkter der Produkte (häufig transnationale Unternehmen wie Tchibo, Kraft, Chiquita oder McDonald's) können zertifizierte Produkte mit dem RA-Siegel kennzeichnen, unterliegen selbst aber nicht den RA-Standards.
Im Lebensmittelbereich werden vor allem Bananen und Kaffee, aber auch Kakao, Orangen, Macadamia-Nüsse, Guaven und Passionsfrüchte zertifiziert.
Anbau-Standards
Die Anbau-Standards sollen dem Schutz und Erhalt der Ökosysteme bei der Produktion landwirtschaftlicher Exportgüter dienen, so zum Beispiel das Anpflanzen von Grüngürteln um die Plantagen, um das Verwehen der Pestizide in die Umgebung zu vermindern oder das Recycling der mit Pflanzenschutzmitteln versehenen Plastiktüten, die um die Bananenstauden gelegt werden. Die Arbeitsbedingungen werden unter anderem durch das Tragen von Schutzausrüstungen beim Ausbringen von Pestiziden verbessert. Nach wie vor ist der Einsatz von Pestiziden erlaubt, lediglich die giftigsten von ihnen sind verboten. Da der Anbau hauptsächlich in Monokulturen erfolgt, ist der Einsatz vor allem bei Bananen massiv.
Die Arbeitsverträge richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben der Anbau-Länder. Von den Löhnen können die Bauern leben, es werden aber im Gegensatz zum fairen Handel keine Mindestpreise und keine festen Preisaufschläge vereinbart. Damit orientiert sich die Preisbildung am Weltmarkt. Es gibt keine Vorgaben für die Handelsbeziehungen zwischen Produzent und Abnehmer (häufig transnationale Konzerne). So können die Preise die Handelsmacht der Abnehmer widerspiegeln.
Die Schulbildung für die Kinder soll gewährleistet sein, doch für soziale Projekte werden keine Prämien gezahlt.
Überdies erfolgt die Kontrolle, Zertifizierung und Siegelvergabe durch ein Netzwerk aus Rainforest Alliance, Umweltverbänden, lokalen Nichtregierungsorganisationen und Forschungsanstalten.
Fazit:
Der konventionelle Anbau in Monokulturen wird zwar umweltverträglicher, doch auf Bio-Standards wird nicht gesetzt. Im Vordergrund steht, die Ware auf dem Weltmarkt gut zu verkaufen. Als „fair gehandelt“ können die Produkte keineswegs bezeichnet werden. Kritisch aus Sicht der Verbraucherzentrale ist auch, dass die Rainforest Alliance an der Kontrolle der Einhaltung der von ihr selbst aufgestellten Kriterien beteiligt ist.
Besser als nichts, doch eine Produktion, die sich auch mit dem nicht näher definierten Begriff der „Nachhaltigkeit“ schmückt, sieht anders aus.
aktualisiert am 09.08.2011
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
"Komm in Form" -Ernährungs-
