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BeKi - Bewusste Kinder-ernährung
"Komm in Form" -Ernährungs-
initiative Baden-Württemberg

Optimal ernährt im Kleinkindalter
Etwa mit dem ersten Geburtstag ist aus Ihrem Baby ein Kleinkind geworden. Es ist körperlich so weit entwickelt, dass es alle Speisen der Familie mitessen kann, wenn sie
kindgerecht zubereitet sind. Spezielle Lebensmittel sind nicht mehr notwendig. Für das schnelle Wachstum braucht Ihr Kind jetzt die ganze Vielfalt der Lebensmittel, frisch und einfach zubereitet. Diese Umstellung geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern braucht je nach Interesse ihres Kindes eine unterschiedlich lange Zeit.
Der Lebensmittelkreis - Wegweiser für eine ausgewogene Ernährung
Es gibt kein Lebensmittel, das alle Nährstoffe liefert. Erst die Kombination der verschiedenen Lebensmittel versorgt Ihr Kind mit allem, was für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden nötig ist. Während des Wachstums haben Kinder einen hohen Energiebedarf und brauchen besonders viele Nährstoffe, um Knochen, Muskeln und Organe aufzubauen.
Der Lebensmittelkreis zeigt Ihnen, welche Lebensmittel zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. Lebensmittel, die ähnliche Nährstoffe liefern, sind in sieben Gruppen zusammengefasst. Aus Ihnen wird der tägliche Speiseplan möglichst abwechslungsreich zusammengestellt. Je größer eine Gruppe im Lebensmittelkreis dargestellt wird, desto mehr sollte Ihr Kind davon essen.
Getränke
Bieten Sie Ihrem Kind zu jeder Mahlzeit und auch zwischen den Mahlzeiten ein zuckerfreies Getränk aus dem Becher an.
Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln
Sie bilden die Grundlage einer Hauptmahlzeit und gehören mehrmals täglich auf den Speisezettel. Vollkornprodukte liefern noch mehr Nährstoffe.
Obst und Gemüse
Jede Mahlzeit enthält entweder Obst oder Gemüse - so kommen täglich 5 Portionen zusammen. Beide Lebensmittelgruppen sind so vielfältig, dass nie Langeweile aufkommt.
Milch und Milchprodukte
Sie sorgen für gesunde Knochen, denn sie liefern viel Kalzium. Bei der großen Produktvielfalt Ist für jedem Geschmack etwas dabei.
Fleisch, Fisch, Wurst und Ei
Tierische Lebensmittel sind gute Nährstofflieferanten. Sie bereichern den Speiseplan, doch es genügen meist geringe Mengen.
Fette und Öle
Sie sind lebensnotwendig, aber kleine Mengen reichen aus. Das gilt vor allem für versteckte Fette.
Tipp: Ihr Kind sollte jeden Tag Lebensmittel aus jeder Gruppe essen und trinken. Bieten Sie innerhalb einer Lebensmittelgruppe unterschiedliche Lebensmittel an, dann wird es abwechslungsreich. Machen Sie sich jedoch keine Sorgen, wenn Ihnen der Speiseplan nicht täglich ausgewogen erscheint – im Laufe von ein bis zwei Wochen gleicht es sich fast immer aus.
Jedes Kind „isst“ anders
Die Menge, die ihr Kind isst, ist von Tag zu Tag und von Kind zu Kind unterschiedlich. Je nach Bewegungsdrang und Wachstum braucht es mehr oder weniger Energie. Heißes Wetter und Krankheit verderben vielen Kindern den Appetit. Zur Orientierung gibt es entsprechend dem Alter Ihres Kindes Anhaltswerte für altersgemäße Lebensmittelmengen.
Im Alltag genügt eine einfache Regel:
- Reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke
- Mäßig tierische Lebensmittel
- Sparsam Fett und Zucker
- Verboten Alkohol
Brauchen kleine Kinder schon Süßes?
Die meisten Kinder lieben Süßigkeiten von klein an. Unser Körper braucht sie nicht, daher tauchen sie im Lebensmittelkreis nicht auf. In geringen Mengen ist Süßes in Ordnung, eine Selbstverständlichkeit an jedem Tag jedoch nicht. Kinder sollten früh lernen, mit dem großen Angebot umzugehen und Süßigkeiten einzuteilen. Je früher Sie einen sinnvollen Umgang mit Süßigkeiten einüben, desto besser wird Ihr Kind damit zurechtkommen.
Tipp: Kleinkinder sind mit süßem Obst zufrieden – solange sie keine Kekse, Gummibären oder Schokolade kennen. Zögern Sie den Kontakt mit Süßigkeiten so lange es geht hinaus.
Ist vegetarische Ernährung möglich?
Eine vegetarische Ernährung ist im 2. Lebensjahr ohne Nachteile möglich, wenn Ihr Kind täglich Milchprodukte sowie reichlich verschiedene Arten von Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Obst isst. Lediglich die Versorgung mit Eisen könnte bei einem Verzicht auf Fleisch problematisch sein. Eisen liefern Vollkornprodukte und Gemüse (z.B. Fenchel, Erbsen). Kombiniert mit Vitamin C-reichem Obst oder Saft wird die Ausnutzung verbessert. Eine rein pflanzliche Kost ist für Kinder ungeeignet.
Nehmen Sie bei der Zubereitung der Speisen Rücksicht auf Ihr Kleinkind
Auch wenn ihr Kind jetzt fast alles essen darf, gibt es einige Einschränkungen. Je jünger ihr Kind ist, desto empfindlicher ist sein Verdauungssystem. Noch verträgt es stark gesalzene (z. B. Matjes oder Gepökeltes) und scharf gewürzte Speisen schlecht. Kleine Kinder lehnen diese meist instinktiv ab. Frittierte, scharf angebratene oder fettreiche Speisen (z.B. Rostbratwürste) belasten die Verdauungsorgane. Von Gegrilltem sollten sie alle dunklen Röststellen abschneiden. Auch Rohmilchprodukte verträgt ihr Kind noch nicht. Bitte geben Sie ihrem Kind keine ungekühlten Reste oder Essen, das lange warm gehalten wurde.
Tipp: Essen für Kleinkinder ist salzarm und sehr mild gewürzt. Eine kleine Prise Jodsalz und frische, tiefgekühlte oder getrocknete Kräuter als Gewürz verträgt ihr Kind schon gut. Wenn Sie zurückhaltend würzen, hat Ihr Kind die Chance, seinen sensiblen Geschmackssinn zu behalten.
Verschlucken kommt noch öfter vor
Die Mundmotorik und das Kauvermögen Ihres Kindes werden immer besser, aber erst gegen Ende des 2. Lebensjahres kann Ihr Kind so gut kauen, dass es fast alle Speisen mitessen kann. Immer noch verschluckt es sich leicht. Besonders gefährlich sind Nüsse und kleine, harte Lebensmittel wie Rosinen oder Johannisbeeren.
Quellen und weitere Informationen
Informationen zur Ernährung von Kleinkindern im Infodienst Ernährung der Landwirtschaftsverwaltung
Info 2 - Kindgerechtes Essen, Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg 2008
Info 5 - Süßes für Kinder, Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg 2008
aid, optimix, 2007
www.familienhandbuch.de
www.kindergesundheit-info.de
Autorin: Sigrid Fellmeth, Dipl.oec.troph; BeKi-Fachfrau
Quelle: Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum




