

Sekundäre Pflanzenstoffe
Mit Obst und Gemüse gegen Herzkreislaufprobleme, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs? Sekundäre Pflanzenstoffe sollen für diese Wunderwirkungen von Obst und Gemüse verantwortlich sein, weswegen mehr Obst und Gemüse gegessen werden soll. Die Kampagne 5 am Tag greift diesen Punkt auf und empfiehlt, täglich 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse zu essen, um die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel optimal nutzen zu können.
Was sind Sekundäre Pflanzenstoffe?
Unter der Bezeichnung Sekundäre Pflanzenstoffe wird eine Gruppe von 60.000-100.000 Substanzen gefasst, die von Pflanzen als Farbstoffe, Wachstumsregulatoren, Abwehrstoffe gegen Schädlinge sowie Aroma- und Duftstoffe gebildet werden. Für den Menschen haben viele dieser Sekundären Pflanzenstoffe positive gesundheitliche Wirkungen auf den Organismus wie eine krebsvorbeugende, entzündungshemmende, immunstärkende oder cholesterinspiegelsenkende Wirkung.
Einige Sekundäre Pflanzenstoffe haben jedoch auch eine für den Menschen negative Wirkung wie die Phytinsäure, die zusammen mit Calcium für den Organismus unlösliche Komplexe bildet, so dass das Calcium nicht mehr zur Verfügung steht. Eine Vielzahl dieser Pflanzenstoffe weisen, wie in der letzten Zeit vermehrt erforscht wurde, jedoch auch gesundheitsfördernde Wirkungen auf, die die negativen teilweise überwiegen.
Die wichtigsten Gruppen der Sekundären Pflanzenstoffe:
Carotinoide
Carotinoide sind in Pflanzen weit verbreitet, denn sie sind ein Naturfarbstoff, der eine rote bzw. gelbe Färbung bewirkt. Mehr als 700 Carotinoide sind bekannt, jedoch nur 40-50 können vom menschlichen Organismus resorbiert werden. Das bekannteste Carotinoid ist Provitamin A, eine Vorstufe von Vitamin A. In der Lebensmittelindustrie werden Carotinoide als Farbstoffe verwendet.
Vorkommen: in fast allen gelben, roten und orangefarbenen Obst- und Gemüsearten, in grünblättrigem Gemüse, z. B. Möhren, Paprika, Tomaten, Kürbis, Aprikosen
Wirkung: antioxidative Wirkung, krebshemmende Wirkung, Stärkung des Immunsystems, Verhinderung von Zellschäden
Phytosterine
Phytosterine sind eine Gruppe von in der Nahrung vorkommenden pflanzlichen Sterinen, die in ihrem chemischen Aufbau dem Cholesterin ähneln. Mindestens 44 verschiedene Phytosterine aus 7 Pflanzenfamilien wurden bisher identifiziert.
Vorkommen: in fettreichen pflanzlichen Lebensmitteln wie Sonnenblumen- und Sesamkernen, Sojaöl, Nüsse, Getreidekeime
Wirkung: krebsvorbeugend, cholesterinsenkend
Saponine
Saponine sind stark bitter schmeckende Substanzen, die in Wasser zu seifenartigen Lösungen mit starker Schaumbildung führen. Im Körper können sie die roten Blutkörperchen zerstören und wurden deswegen lange Zeit als negativ angesehen.
Vorkommen: Hülsenfrüchte, Spargel, Spinat, Rote Bete
Wirkung: krebshemmend, cholesterinsenkend, Stärkung des Immunsystems, entzündungshemmend, antimikrobiell
Glucosinolate
Glucosinolate sind schwefelhaltige Verbindungen, die zum charakteristischen Geschmack von Senf, Meerrettich oder Kohl beitragen. Geruch, Geschmack und gesundheitliche Wirkung werden nicht direkt von den Glucosinolaten sondern durch deren enzymatische Abbauprodukte hervorgerufen wie Isothiozyanate, Thiozyanate und Indole.
Vorkommen: Kohlgemüse, Rettich, Kresse, Radieschen, Sauerkraut
Wirkung: antimikrobiell, krebshemmend, cholesterinsenkend
Polyphenole
Die Polyphenole stellen keine einheitliche Stoffgruppe dar, sondern sind ein buntes Gemisch unterschiedlicher Substanzen, die alle die Struktur des Phenols als Grundlage haben. Bekannte Untergruppen sind die Phenolsäuren, die Flavonoide, die Lignane oder die Isoflavonoide.
Vorkommen: vor allem in den Randschichten von Pflanzen und in den Blättern, z. B. in der Getreideschale
Flavonoide: Rotkohl, Radieschen, Auberginen, rote Kirsche, Äpfel
Phenolsäuren: Erdbeeren, Walnüsse, Trauben
Wirkung: krebsvorbeugend, antioxidativ, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, Stärkung des Immunsystems
Protease-Inhibitoren
Protease-Inhibitoren hemmen, wie der Name schon sagt, die Tätigkeit der Eiweiß abbauenden Enzyme im menschlichen Körper, so dass weniger Eiweiß aus der Nahrung aufgenommen werden kann. Aufgrund dieser Eigenschaft wurden sie lange Zeit als für den Menschen schädlich angesehen, bis Studien neuerer Zeit keine nachteiligen Wirkungen bei hohem Verzehr feststellen konnten.
Vorkommen: Hülsenfrüchte, Getreide
Wirkung: krebsvorbeugend, entzündungshemmend, antioxidativ
Terpene
Terpene können von Pflanzen und Mikroorganismen synthetisiert werden und haben für den Menschen eine besondere Bedeutung als Aromastoffe wie z. B. das Menthol der Pfefferminze.
Vorkommen: Gewürze wie Kümmel, Anis, Koriander, Basilikum, Zitrusfrüchte, Weintrauben
Wirkung: krebshemmend, antimikrobiell, lindernd bei Verdauungsstörungen
Phytoöstrogene
Phytoöstrogene gehören zur großen Gruppe der Polyphenole und entfalten im menschlichen Körper eine Wirkung, die der der Östrogene sehr ähnlich ist. Zu den bekanntesten Vertretern der Phytoöstrogene gehören die Isoflavonoide und die Lignane.
Vorkommen: Getreide, Sojabohnen, Hülsenfrüchte, Leinsamen
Wirkung: krebshemmend, antioxidativ
Sulfide
Sulfide sind Verbindungen des Schwefels. Für die Ernährung von Interesse sind die organischen Verbindungen, die als Aromastoffe in Knoblauch und anderen Zwiebelgewächsen vorkommen. Diese Aromastoffe entstehen bei der enzymatischen oder thermischen Zersetzung und sind nicht von Anfang an in Knoblauch vorhanden.
Vorkommen: Lauchgewächse wie Knoblauch, Zwiebel, Porree, Schnittlauch
Wirkung: Krebs vorbeugend, antimikrobiell, entzündungshemmend, antioxidativ
Quellen und weitere Informationen
Gesund mit Obst und Gemüse - Sekundäre Pflanzenstoffe, aid, 1426-2004
Der Brockhaus Ernährung, F.A. Brockhaus, 2001
Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, B. Watzel, C. Leitzmann, Hippokrates, 1999
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung





"Komm in Form" -Ernährungs-
