

Pflanzliche Sterole
Mit der richtigen Ernährung zu einem niedrigen Cholesterinspiegel? Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an pflanzlichen Sterolen beeinflussen die Aufnahme des Nahrungscholesterins im Darm und senken damit den Cholesterinspiegel im Blut bei Menschen mit erhöhten Cholesterinspiegeln. Dadurch ließe sich eventuell das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindern.
Was sind pflanzliche Sterole?
Pflanzliche Sterole sind auch unter den Namen Phytosterine, Phytosterole und pflanzliche Sterine bekannt und werden zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt. Sie sind eng verwandt mit den tierischen Sterolen, von denen das bedeutendste das Cholesterin ist. Bekannt sind etwa 44 pflanzliche Sterole.
Wie wirken pflanzliche Sterole?
In Struktur und Aufbau sind pflanzliche Sterole dem Cholesterin sehr ähnlich. Sie senken den Cholesterinspiegel im menschlichen Körper, denn sie gehen nur zu einem geringen Teil in den Stoffwechsel ein und gelangen zu einem großen Teil in den Dünndarm. Hier besetzen sie die Bindungsstellen für das mit der Nahrung aufgenommene Cholesterin. Dadurch wird weniger Cholesterin aufgenommen, die Konzentration im Blut sinkt, da das Cholesterin ausgeschieden wird.
Bis zu 2 g pflanzlicher Sterole pro Tag sind nötig, um den Cholesterinspiegel um ca. 10 % zu senken. Bei einer höheren Menge lassen sich keine weiteren Verbesserungen beobachten. Der durchschnittliche Europäer nimmt bisher etwa 200-400 mg pro Tag mit der üblichen gemischten Nahrung auf. Die Versorgung bei Vegetariern ist etwas höher.
Nachteilig: Es konnte nachgewiesen werden dass der Gehalt an Carotin und anderen fettlöslichen Vitaminen durch eine Erhöhung der Sterolzufuhr sinken kann. Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse gleicht dies jedoch aus.
In welchen Lebensmitteln kommen pflanzliche Sterole vor?
Typisch sind pflanzliche Sterole für fettreiche pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Kerne oder Samen. Doch auch Gemüse, Getreide und Obst sind gute Lieferanten. Besonders reich an pflanzlichen Sterolen sind Sonnenblumen- und Sesamkerne sowie kaltgepresstes Sojaöl. Der Gehalt in allen Lebensmitteln ist aber relativ gering. Die für eine Cholesterinsenkung notwendige Menge lässt sich nur durch angereicherte Lebensmittel erreichen.
Anreicherung von Lebensmitteln mit pflanzlichen Sterolen
Es gibt in Deutschland bisher (Stand Ende 2006) sieben Lebensmittel, denen Pflanzensterole zugesetzt sind: Margarine, Magermilch, Schnittkäse, Joghurtdrinks und ein Sonnenblumenkernbrot. Ihre Zulassung unterliegt der Novel Food Verordnung. Der Zusatz der Pflanzensterole muss gekennzeichnet werden, so dass Verbraucher die Anreicherung erkennen können. Außerdem ist der Zusatz "für Verbraucher, die ihren Cholesterinspiegel senken möchten", die Angabe des Maximalverzehrs und der Risikogruppen vorgeschrieben.
Die wissenschaftliche Kommission für Lebensmittel empfiehlt, Verzehrsmengen von über 3 g am Tag vorsorglich zu vermeiden. Kinder unter 5 Jahren sowie Schwangere und Stillende sollen Produkte mit Pflanzensteroleinsatz gar nicht verzehren.
Studie zum Verzehr von mit Pfanzensterolen angereicherten Lebensmitteln
Im Juni 2007 veröffentlichten die Verbraucherzentralen und das Bundesinstitut für Risikobewertung Berlin eine Studie zur Wahrnehmung der speziellen Kennzeichnungsvorschriften durch den Verbraucher und dem Verzehr dieser Produkte. Bundesweit wurden mehr als 1000 Personen, die mit Pflanzensterolen angereicherte Produkte kaufen, befragt.
Die wichtigsten Ergebnisse: Fast die Hälfte dieser Konsumenten haben keinen nachgewiesenen erhöhten Cholesterinspiegel. Ein vorbeugender Verzehr wird jedoch nicht empfohlen. Verbraucher mit einem erhöhten Cholesterinspiegel verzehren diese Produkte, ohne Rücksprache mit dem Arzt, obwohl auf den Verpackungen ausdrücklich dazu geraten wird. Jeder vierte Käufer ist durch die Werbung und nur jeder siebte Konsument ist durch eine Empfehlung des Arztes oder Apothekers motiviert. 3,5 % der Verzehrer sind Kinder, die die Produkte trotz gegenteiliger Empfehlung auf der Verpackung im Haushalt der Eltern mitessen.
Die Verbraucherzentralen und das Bundesinstitut für Risikobewertung fordern eine deutliche Kennzeichnung der Produkte mit "für Menschen mit nachweislich erhöhtem Cholesterinspiegel". Außerdem muss aus der Kennzeichnung klar werden, dass ein vorbeugender Verzehr nicht erwünscht ist. Lebensmittel mit bewiesener gesundheitlicher Wirkung sollten im Handel deutlich von herkömmlichen Produkten getrennt werden. Außerdem halten die Auftraggeber der Studie ein Gesamtkonzept für die Sicherheitsbewertung von Lebensmittelzutaten, bei denen die Wirkung von der Dosis abhängt, für erforderlich.
Quellen und weitere Informationen
Der Brockhaus Ernährung, F.A. Brockhaus, 2004
www.eufic.org
www.vis.bayern.de/ernaehrung
Verbraucherzentrale Bundesverband und Bundesinstitut für Risikobewertung, "Lebensmittel mit Pfanzensterinen: Umgang mit Produkten und Wahrnehmung der Kennzeichnung durch Verbraucher", Juni 2007
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung





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