

Das gesunde Pausenbrot
Bereits beim Frühstück entscheidet sich, wie fit ein Kind seinen Tag meistert. Wichtig ist, dass nicht irgendwann, sondern entsprechend der Leistungskurve gegessen und getrunken wird. Diese erreicht etwa gegen zehn Uhr morgens, unterstützt durch ein erstes und ein zweites Frühstück, ihren Höhepunkt.
Pausenbrot als Energieschub
Das zweite Frühstück liefert die notwendige Energie für die zweite Vormittagshälfte, damit ein Kind leistungsfähig und aufmerksam dem Unterricht folgen kann. Das Schulfrühstück sollte das Frühstück zu Hause sinnvoll ergänzen. Kinder, die zu Hause nur wenig essen, brauchen ein üppigeres Vesper. Kindern mit einem großen Appetit zu Hause reicht eine Kleinigekeit.
Das Lebensmittelangebot in der Schule
Bei Eltern und Kindern wird der Kioskverkauf der Schule immer beliebter. Allerdings hat sich dieser leider zum zweiten Standbein vieler Hausmeister oder auch der Schülermitverantwortung (SMV) entwickelt. Weit verbreitet, da im Gegensatz zu Milch und Obst besser lagerfähig, sind Dosengetränke und Schokoriegel. In der Studie „Ernährung in der Schule“ von Prof. Heseker der Universität Paderborn, wurde das Angebot in allgemeinbildenden Schulen untersucht. Die Studie kritisiert, dass Süßigkeiten dominieren und es kaum Vollkornwaren gibt. Die angebotenen Getränke sind vor allem süß und kalorienreich, frisches Obst und Gemüse ist, ebenso wie Milch und Milchprodukte, rar. Natürlich ist dieses Angebot geprägt durch die Nachfrage der Kinder und Jugendlichen. Allerdings sollten gerade schulische Einrichtungen bemüht sein, zu einem gesunden Essverhalten anzuregen.
In Baden-Württemberg gibt es keinen „Müslierlass“
In Baden-Württemberg gibt es an Schulen - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - keine Verwaltungsvorschrift für den Verkauf von Lebensmitteln. Jede Einrichtung trägt selbst Verantwortung, allerdings wird für kontinuierliche Information und Schulung gesorgt. In Hessen gibt es zum Beispiel seit 1996 den Schulerlass „Ernährungsangebote an hessischen Schulen“. Er legt fest, dass bei der Auswahl der Lebensmittel „Gesichtspunkte der Vollwertigkeit und Frische der Ware, die Preiswürdigkeit sowie die altersgemäßen Bedürfnisse“ zu beachten sind.
Tipps für die Zwischenmahlzeit
Die Möglichkeit, das Essverhalten der Kinder außer Haus zu beeinflussen, sollten besonders die Eltern nutzen und deswegen großen Wert auf das erste und zweite Frühstück legen. Denn vorliegende Studien zeigen leider, dass nur knapp 40 Prozent der Schüler vormittags ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht versorgt sind.
- Das Kind muss über die Zusammenstellung des Pausenbrotes mitentscheiden können, um sicherzugehen, dass das Vesper schmeckt und auch gegessen wird. Was zu Hause nicht schmeckt, wird auch in der Schule nicht mit Begeisterung gegessen.
- Ein lecker belegtes Vollkornbrot ist das Beste, was einem Kind mitgegeben werden kann. Vollkornprodukte sind ein wesentlicher Bestandteil der gesunden Ernährung, denn sie enthalten neben Ballaststoffen auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie liefern wesentlich mehr wertvolle Nährstoffe als Produkte aus Weißmehl (Brötchen, Hefezopf, Gebäck, Brezeln).
- Als Brotbelag können Wurst und Käse oder ein gekochtes Ei dienen, Frischkäse oder aus Gemüse hergestellte Brotaufstriche sind eine fettärmere Variante.
- Nicht zu vergessen: auch das Auge isst mit! Garnieren kann man Brot mit Karotten, Kresse, Salat, Tomate oder Gurke.
- Süße Brotaufstriche wie Marmelade, Nussnougat-Creme und Honig sind nicht empfehlenswert.
- Frisches Obst oder knackiges Gemüse ergänzen den Pausenimbiss.
- Auch ein paar Rosinen oder Nüsse können als Snack dienen.
Getränke
Kinder können nicht so viel Flüssigkeit speichern wie Erwachsene und brauchen spätestens zur Pause wieder etwas zu trinken. Die Getränke sollten nur den Durst löschen und wenig Kalorien enthalten. Mineralwasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte sind eine gute Alternative. Fruchtsaftgetränke, Fruchtnektar, Cola und Limonaden sind sehr süß. Sie enthalten viel Zucker, und der Fruchtanteil ist deutlich geringer. Sie sollten deswegen nicht angeboten werden. Kalorienarme Limonaden mit künstlichem Süßstoff sollten Kinder nicht trinken. Die gesundheitlichen Aspekte bei Langzeiteinsatz werden immer noch kontrovers diskutiert. Diskutiert wird auch eine appetitsteigernde Wirkung über den von den Süßstoffen hervorgerufenen Süßgeschmack.
Tipp: Jeder Kindergarten und jede Schule kann über die örtliche Molkerei verbilligte Schulmilch beziehen.
Informationen hierzu sind erhältlich bei:
Milchwirtschaftlicher Verein Baden-Württemberg e.V.
Marie-Curie-Str. 19
73230 Kirchheim
Tel. 07021/505-200
Fax. 07021/505-400
mpr.bw@t-online.de
Gemeinsam ist besser
Das Pausenfrühstück wird üblicherweise auf dem Schulhof gegessen, oft neben dem Spielen im Stehen, Laufen oder Rennen auf dem Pausenhof. So manches Pausenbrot wandert in den Papierkorb, da es über dem Spielen ganz vergessen wird, auf den Boden fällt oder das Angebot an einem Verkaufsstand verlockender scheint. Ganz abgesehen davon, müssen Kinder gleichzeitig noch ihr Getränk mitnehmen und haben keine Hand mehr frei. Deshalb ist empfehlenswert, in der Schule die Ess- und Bewegungspause zu trennen und das Schulfrühstück gemeinsam in der Klasse einzunehmen.
Quellen und weitere Informationen
BeKi – Bewusste Kinderernährung, eine Landesinitiative des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg 12/2004
Ernährungshits für Kids. Dr. Annette Nagel. Bassermannverlag. München 2003
Verpflegung für Kids in Kindertagesstätte und Schule, aid, 1397/2004
Kinderernährung. Institut für angewandte Umweltforschung. Verlag Kiepenheuer & Witsch. Köln 2002
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung





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