

Milch - Inhaltsstoffe des ältesten "Energy-Drinks" der Welt
Milch ist ein Lebensmittel mit einem sehr hohen
Nährstoffangebot. Als Energieträger und Baustoff enthält sie hochwertiges Eiweiß, leicht verdauliches Fett und gut verwertbare Kohlenhydrate in Form des Milchzuckers. Besonders bedeutsam für den Menschen ist der hohe Gehalt an den Mineralstoffen Kalzium und Phosphor, an den wasserlöslichen Vitaminen der B-Gruppe, vor allem Vitamin B 2 und an den fettlöslichen Vitaminen A und D.
Für Kinder zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr wird eine Aufnahme von 300 bis 400 ml Milch und Milchprodukte empfohlen (Forschungsinstitut für Kinderernährung, 2002). Aber auch Erwachsene sollten auf eine ausreichende Zufuhr von 500 ml Milch und Milchprodukten achten. Folgende Tabelle zeigt Nährstoffegehalte von Vollmilch:
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100 g Vollmilch (mindestens 3,5% Fett) enthalten im Durchschnitt: |
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Wasser |
87,5 |
g |
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Kohlenhydrate |
4,8 |
g |
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Eiweiß |
3,3 |
g |
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Mineralstoffe |
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Vitamine |
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Quelle: Die Große GU-Nährwert-Kalorien-Tabelle, 2002/2003
Wasser
Milch ist Flüssignahrung mit einem Wasseranteil von ca. 87 %.
Hochwertiges Eiweiß
Menschen können das Eiweiß der Kuhmilch besonders gut nutzen. Milcheiweiß enthält alle lebensnotwendigen Aminosäuren in so reichem Maße, dass bereits weniger als ein halber Liter Milch den täglichen Bedarf an diesen für den Aufbau von menschlichem Gewebe- und Funktionseiweiß notwendigen Baustoffen abdeckt. Milcheiweiß kann gut mit anderen Eiweißarten (z. B. Weizeneiweiß) kombiniert werden und vermag deren biologische Wertigkeit zu steigern. Milcheiweiß wird in der Regel problemlos vertragen. Durch Erhitzen wird die Verdaulichkeit erhöht.
Leicht verdauliches Fett
Im Vergleich zu den pflanzlichen Fetten weist das Milchfett als charakteristisches Merkmal einen höheren Anteil kurzkettiger Fettsäuren auf. Diese können im Dünndarm ohne Anlagerung von Gallensäuren ins Blut übergehen. Hierdurch erlangt Milchfett eine diätetische Bedeutung bei Störungen der Ausschüttung von Gallensaft. Es wird als guter Geschmacksträger geschätzt und ermöglicht die bessere Resorption der fettlöslichen Vitamine.
Milchfett enthält auch sogenannte konjugierte Linolsäuren (englisch: conjugated linoleic acid; kurz: CLA). Das sind ungesättigte Fettsäuren, die - ähnlich wie einige Vitamine und Pflanzenphenole - Sauerstoffradikale binden. Der menschliche Körper kann diese CLA nicht bilden. Wegen ihrer antikanzerogenen Eigenschaften werden sie in jüngster Zeit intensiv erforscht.
Milchzucker
Milchzucker (Lactose) ist zusammengesetzt aus einem Teil Traubenzucker (Glukose) und einem Teil Schleimzucker (Galaktose). Er wird aus dem Darm nur langsam ins Blut aufgenommen und vermag Wasser zu binden. Milchzucker wird deshalb als mildes Abführmittel in der Kinderheilkunde eingesetzt. Er erhöht die Kalzium- und Magnesiumaufnahme im Darm. Milchzucker kann von Bakterien zu Milchsäure abgebaut werden. Dieser Vorgang erfolgt z. B. beim Sauerwerden der Milch. Die freigesetzte Säure bringt das Milcheiweiß zum Gerinnen.
Vitamine
In Milch sind sowohl fett- als auch wasserlösliche Vitamine in teilweise beachtlichen Mengen enthalten. Zu erwähnen sind: Vitamin A, welches einem ungestörten Ablauf des Sehprozesses dient. Vitamin D, das für die Einlagerung von Kalzium und Phosphor in Knochen und Zähnen wichtig ist und die B-Vitamine, die an vielen Stoffwechselabläufen beteiligt sind. Vitamin B 2 findet sich in Milch so reichlich, daß "Nichtmilchtrinker" in der Regel nicht die wünschenswerte Versorgung mit diesem Vitamin erreichen. In entrahmter Milch und daraus hergestellten Milchprodukten wurden mit dem Fett auch ein Großteil der fettlöslichen Vitamine entfernt.
Mineralstoffe
In Milch reichlich enthalten sind die Mineralstoffe Kalzium und Phosphor und zwar in einer für den Menschen gut aufnehmbaren Form. Nur wenige Lebensmittel weisen so hohe Kalziumgehalte wie Milch auf. Auch Spurenelemente wie Jod und Fluor sind in Milch enthalten. Bei ca. ½ Liter täglich tragen sie zu einer Grundversorgung von ca. 10 % bei. Andere Spurenelemente wie Eisen, Kupfer und Zink finden sich in Milch nur in geringen Mengen und müssen mit anderen Lebensmitteln aufgenommen werden.
Wieviel Milch sollte konsumiert werden?
Mit einem halben Liter Milch täglich werden die bedeutenden Nährstoffe der Milch, insbesondere das knochenbildende Kalzium und Phosphor in ausreichenden Mengen aufgenommen. Diese Richtmenge sollte man ein Leben lang täglich (entweder als Milch oder in Form von Milchprodukten) zu sich nehmen. Nach heutigen Erkenntnissen ist dies, auch im Hinblick auf den Erhalt einer hohen Knochenstabilität im Alter, und zur Vorbeugung von Osteoporose bedeutsam. Schwangeren und Stillenden wird ein Verbrauch von ca. ¾ - 1 Liter angeraten. Damit können sie zusätzliche Leistungen während der Schwangerschaft und zur Bildung von Muttermilch ohne eigene Substanzverluste erbringen. Auch während Wachstumsschüben kann ein Mehrverbrauch von Milch und Milchprodukten die Knochenstabilität erhöhen.
Anstelle von Milch können auch aus Milch hergestellte Lebensmittel wie Joghurt, Käse, Quark verzehrt werden. Diese Erzeugnisse weisen je nach Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren oft große Variationen im Gehalt an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten sowie an Vitaminen und Mineralstoffen auf.
Unverträglichkeit von Milch - Was tun?
Manche Menschen vertragen Trinkmilch nicht, sie reagieren darauf mit Durchfällen und Krämpfen. Die Ursache kann eine Kuhmilcheiweißallergie oder eine Unverträglichkeit des Milchzuckers sein. Einige Allergiker können jedoch problemlos Käse essen, da zum Teil allergene Eiweiße der Kuhmilch bei der Käseherstellung verändert werden. Wer unter einer Milchzuckerunverträglichkeit leidet, sollte es mit gereiftem Käse oder Sauermilchprodukten versuchen. Oft werden diese Milchprodukte gut vertragen.
Im Hinblick auf den Eiweiß- und Kalziumgehalt liegt das Umrechnungsverhältnis
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von Milch |
zu Joghurt etwa |
1 : 1 |
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zu Weichkäse |
1 : 5 |
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zu Hartkäse |
1 : 9 |
Wer z. B. keine Milch trinkt, aber 100 g Hartkäse ißt, kann sich damit genügend Kalzium zuführen.
Ein zu hoher Milchkonsum (etwa täglich 2 Liter) ist hingegen nicht empfehlenswert. Für Kleinkinder ist spätestens nach sechs Monaten die Umstellung von reiner Milchnahrung auf Mischkost notwendig.
Weitere Informationen und Quelle
Thema Milch im Infodienst Ernährung der Landwirtschaftsverwaltung
"Rund um die Milch" Broschüre des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, 1998
Warenkundenbroschüre Milch, Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, 2004
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung





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